Leica S2

Mit der Leica S2 bringt sich der Deutsche Kamerabauer in die Schlagzeilen

leica_s2_12_thumb.jpgWer hätte gedacht, dass sich Leica mit solcher Wucht zurückmeldet. 37.5 Megapixel auseinem 30x45mm grossen CCD-Sensor sind Werte, die sich sehen lassen. Haupmerkmal der S2 soll aber die Bildqulität sein.

 

Leica hat einmal mehr die Weichen gestellt

Als ich vor nicht langer Zeit in einer Sonntagszeitung ein grosses Interview mit dem Leica Besitzer Andreas Kaufmann las, war ich überrascht, dass dieser den erst kürzlich eingestellen CEO - aus Amerika - wieder entliess und die Führung des Konzerns selbst übernahm. Hauptaussage im Interview war, der CEO habe nicht die Produktelinie nicht zu in seinem Sinne entwickelt. Jetzt nach der Vorstellung der S2, weiss ich was der jetzige Vorsitzende des Vorstandes der Leica Camera AG damit meinte. Ich und vermutlich viele andere hatten sich bereits gewundert, wo der Kleinbild-Pionier geblieben war. Nun aber scheint Leica zurück zu sein.

       

(c) by ricardo.ch

Bildqualiät steht im Vordergrund

Mit der Vorstellung der Leica S2 an der diesjährigen Photokina stahl man allen anderen die Show. Zwar zeigte auch Canon und Sony Neuheiten, die sich sehen lassen können, doch keiner der beiden hat den Glanz von Leica. Mit der S2 mit 37.5 Megapixeln will man sich im Mittelformat positionieren und liess dafür bei Kodak eigens einen neuen Sensor konstruieren, der nicht so sehr mit Tempo (1.5 Bilder pro Sekunde - was sich bis zur Markteinführung noch ändern kann), sondern mit überragender Bildqualität. Eines lässt sich jetzt schon sagen: schön ist sie geworden. Und nichts ist bekanntlich teurer zu haben, als Schönheit. So ranken sich die Preisideen bereits jetzt in der Gegend von 20'000 Euro für das Gehäuse. Nichts für Jedermann, aber das war Leica noch nie. Dafür bekommt man ein Stück Geschichte in die Hand. Wenn dieses Stück dazu noch gut und schön ist, umso besser.

Wie sagte Kaufmann an der Photokina: "Die S2 ist das Aufbruchsignal und gleichzeitig erst die digitale Spitze des Eisbergs."

Eine Serie Objektive wurde von Leica zeitgleich präsentiert. Wer die Webseite des Herstellers besucht, findet aber zurzeit noch keine näheren Angaben zu den Objektiven. Vorgestellt wurden ein 35mm, 70mm, 120mm und ein 180mm. Diese werden wohl in gewohnter Leica-Qualität gefertigt sein. In dieser Hinsicht hat sich Leica bisher jedenfalls noch keine Blösse gezeigt. Auch wenn die "Luxuskamera" weiterhin ein Nischenprodukt bleiben wird, ist es doch erfreulich, dass jemand den Mut hat wieder in Deutschland zu entwickeln und produzieren. Auch dann, wenn dies seinen Preis hat.

       

Highlights der Leica S2 "Made in Germany"

  • kompaktes robustes Vollmetallgehäuse
  • Dichtungssystem verhindert das Eindringen von Staub, Sand und Nässe
  • Leica Pro-Format Sensor mit 37,5 Mio. Pixel auf 30x45mm
  • Dualverschluss-System, S-Objektive mit integriertem Zentralverschluss
  • heller und klarer Sucher mit integriertem Dioptrieausgleich
  • Maestro Bildprozessor mit hoher Rechenleistung und erstklassiges Rauschverhalten bei hohen ISO-Werten
  • 4-Tasten-Konzept ermöglicht schnelles und einfaches bedienen
  • präziser und leiser Autofokus mit neuer Motortechnologie
  • ansetzbarer Vertikalgriff für die Hochformatfotografie und zusätzlichem Akku
  • SD- SDHC und Compactflash-Karten
  • JPEG- und RAW-Format können gleichzeitig gespeichert werden
  • Leica S-Objektivprogramm. Objektive mit Metallfassung und S-Dichtungssystem

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Kommentare (1)
1Montag, den 25. Mai 2009 um 10:58 Uhr
Administrator

In Deutschland entwickelt und gefertigt? Ja. Zumindest zum Teil... Aber wie gross dieser Teil wohl sein mag? Der Kodak-Sensor ist wohl kaum europäisch, oder weiss da jemand mehr darüber? Bei anderen Kameraherstellern macht der Sensor locker drei Viertel des Preises aus... Und bei der zu erwartenden kleinen Serie von Sensoren nur für die S2 dürfte das Verhältnis auch hier kaum wesentlich anders sein.
Sonntag, den 16. August 2009 um 11:16 Uhr
Peter
Die Wahrheit könnte da wohl nur Leica selbst ans Tageslicht bringen. Sicher werden da einige Dinge ausserhalb Deutschlands produziert - was nicht nur negativ sein muss. Allerdings muss man heute bereits von einer Art Retro-Produktion sprechen. Etwas, das bei uns in der Schweiz bereits einsetzt. So hat man für die Produktion der neuen Bahnwagen und Loks nach Abklärungen der Standorte Polen, Tschechei, sich für die Schweiz entschieden. Begründung: jene Standorte seien heute, wenn man die kulturellen Verständigungs-Probleme mit einbezieht, nur noch marginal günstiger. Könnte ja gut sein, dass man dies auch bei Leica gemerkt hat. Vielleicht sollten die Deutschen Facharbeiter dies generell ihren Chefs beibringen. Das sie beruflich einiges leisten können, hätten Sie ja zur genüge bewiesen.